Ratgeber · Sichtbarkeit · Juli 2026

Google-Unternehmensprofil: die fünf häufigsten Fehler

Von Manuel Forche · Lesezeit etwa 5 Minuten

„Wir stehen bei Google, aber es ruft trotzdem keiner an." Diesen Satz höre ich in Erstgesprächen häufiger als jeden anderen. In den meisten Fällen stimmt die erste Hälfte – der Eintrag existiert. Nur steht er bei den Suchanfragen, auf die es ankommt, auf Platz elf. Und Platz elf ist auf dem Handy dasselbe wie gar nicht da.

Das Gute: Die Ursachen wiederholen sich. Fünf davon sehe ich fast immer.

Die fünf Fehler

1. Die falsche Hauptkategorie. Der wichtigste einzelne Hebel im ganzen Profil, und der am häufigsten falsch gesetzte. Sie entscheidet mit, bei welchen Suchanfragen du überhaupt in Frage kommst. Ein Betrieb, der überwiegend Bäder saniert, aber unter „Bauunternehmen" eingetragen ist, konkurriert mit Firmen, die etwas ganz anderes machen – und taucht bei „Badsanierung Viersen" nicht auf. Nebenkategorien darfst du zusätzlich vergeben, sie wirken aber deutlich schwächer.

2. Keine gepflegten Leistungen. Im Profil lassen sich einzelne Leistungen eintragen, jeweils mit Beschreibung. Fast niemand tut das. Dabei ist es die einzige Stelle, an der du in eigenen Worten sagen kannst, was du machst – ausgeschrieben, in der Sprache deiner Kunden, nicht in Branchensprache.

3. Unbeantwortete Bewertungen. Ein Profil mit fünfzehn Bewertungen, auf die nie jemand geantwortet hat, wirkt verwaister als eines mit fünf, bei denen der Chef sichtbar reagiert. Das gilt besonders für kritische Stimmen: Eine sachlich beantwortete schlechte Bewertung schadet weniger als zwanzig unbeantwortete gute nützen.

4. Fotos von 2019 oder gar keine. Drei verwaschene Bilder vom Firmenschild sind das Standardbild. Was wirkt: Arbeiten, Fahrzeug, Team, fertige Projekte. Nicht das Stockfoto einer Glühbirne, das man auf zwanzig anderen Profilen auch findet.

5. Abweichende Firmendaten. Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Profil und in allen Verzeichnissen exakt gleich stehen. „Str." hier, „Straße" dort, eine alte Rufnummer im Branchenbuch – solche Abweichungen sind der häufigste lokale Fehler überhaupt und schwächen die Zuordnung.

Was du in einer halben Stunde erledigen kannst

  • Kategorie prüfenSuch nach deiner wichtigsten Leistung plus Ort und schau, welche Kategorien die Betriebe auf den ersten drei Plätzen verwenden.
  • Drei Leistungen eintragenDie drei, mit denen du am meisten Geld verdienst. Jeweils zwei bis drei Sätze.
  • Alle Bewertungen beantwortenAuch die alten. Kurz, sachlich, ohne Rechtfertigung.
  • Fünf aktuelle Fotos hochladenHandyfotos reichen, wenn sie hell sind und echte Arbeit zeigen.
  • Firmendaten abgleichenWebsite, Profil, Impressum, Briefkopf. Eine Schreibweise festlegen und überall durchziehen.

Erste Bewegung siehst du meist nach zwei bis vier Wochen, spürbar wird es nach zwei bis drei Monaten. Am schnellsten wirkt eine korrigierte Kategorie, am nachhaltigsten neue Bewertungen.

Warum das gerade lokal so viel ausmacht

Wer einen Handwerker oder Dienstleister sucht, tippt selten einen Firmennamen. Er tippt die Leistung und den Ort. Was Google dann zeigt, ist zuerst eine Karte mit drei Einträgen – die klassischen Suchergebnisse kommen darunter. Wer in diesen drei Plätzen nicht vorkommt, existiert für einen großen Teil der Suchenden nicht.

In Viersen und den kleineren Kommunen des Kreises ist dieser Wettbewerb noch überschaubar. Bei „Elektriker Grefrath" konkurrierst du mit einer Handvoll Betrieben, bei „Elektriker Mönchengladbach" mit dutzenden. Für Betriebe hier heißt das: Der Aufwand, in die ersten drei zu kommen, ist deutlich geringer als in einer Großstadt – und genau deshalb ärgerlich, wenn er nicht betrieben wird.

Ein aufgeräumtes Profil kostet dich einen Nachmittag. Eine neue Website kostet ein Vielfaches und wirkt lokal oft langsamer.

Häufige Fragen

Muss meine Privatadresse öffentlich sichtbar sein?

Nein. Wenn du keinen Publikumsverkehr hast, wird die Adresse ausgeblendet und stattdessen ein Einsatzgebiet hinterlegt. Google muss die Adresse zur Bestätigung kennen, zeigt sie in diesem Fall aber nicht an.

Darf ich Kunden um Bewertungen bitten?

Ja. Nicht erlaubt ist, Bewertungen zu kaufen, sie mit Rabatten zu belohnen oder gezielt nur zufriedene Kunden zu fragen. Ein kurzer Link nach abgeschlossenem Auftrag ist unproblematisch und wirkt am besten, wenn er zum festen Ablauf gehört.

Was mache ich mit einer offensichtlich unfairen Bewertung?

Antworten, sachlich, ohne den Vorgang öffentlich auszudiskutieren. Bewertungen, die gegen die Richtlinien verstoßen, kannst du melden – das dauert und funktioniert nicht immer. Die gute Antwort ist verlässlicher als die Löschung.

Wie oft sollte ich Beiträge einstellen?

Regelmäßig ist besser als viel. Einmal im Monat ein echter Beitrag – ein abgeschlossenes Projekt, eine Änderung der Öffnungszeiten, ein Hinweis auf eine neue Leistung – reicht völlig. Tägliche Beiträge bringen nichts, wenn sie inhaltsleer sind.

Brauche ich dafür eine Website?

Nicht zwingend. Ein gepflegtes Profil funktioniert für sehr kleine Betriebe erstaunlich gut. Umgekehrt bringt eine Website ohne gepflegtes Profil bei lokalen Suchen wenig.

Wenn du wissen willst, welche der fünf Punkte bei dir zutreffen: Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf dein Profil und ich sage dir, was die drei größten Baustellen sind. 30 Minuten, kostenlos – vieles davon kannst du danach selbst erledigen.

Manuel Forche
Manuel Forche

IT-Berater aus Viersen, hauptberuflich IT Director für Digitalisierung bei einem Modeunternehmen am Niederrhein. Bei 4che begleitet er kleine Betriebe in der Region bei Sichtbarkeit, Website und Telefonie. Mehr über meine Arbeitsweise

Stand: Juli 2026. Google ändert Funktionen im Unternehmensprofil regelmäßig – einzelne Einstellungen können anders benannt sein.
Themen: Google-Unternehmensprofil · Lokale Sichtbarkeit · Kreis Viersen

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